Musik und Malerei


Kursnummer 046-18

Fr. 02.03.2018 - Fr. 09.03.2018 (8 Tage)


Zweite Kooperation zwischen der Kunstakademie und der Philharmonie Bad Reichenhall zum Thema »Tod«.
»Die musikalische Malerei, die mir nach meinen vielen Bemühungen durch Intuition geschenkt wurde, ist meine Erfindung. Wir müssen Farbkomponisten sein: Componere heisst zusammensetzen. Mein Leben gehört der Farbe und ihren künstlerischen Zusammensetzungen, was man Gestaltung nennt.« (Adolf Hölzel)
Der Tod – jeder fürchtet ihn, alle wollen ihn am liebsten verdrängen und doch gehört er untrennbar zum Leben. Früher oder später kommt jeder mit ihm in Berührung. Für uns Menschen ist es schwer zu verstehen: Warum leben wir, um dann zu sterben? Das ist ein Widerspruch und gleichzeitig Inspirationsquelle für Malerei und Musik. Es gibt in der bildenden Kunst und der Musik viele Beispiele für die Auseinandersetzung mit dem Tod. Zum Beispiel den Totentanz, eine Darstellung der Macht des Todes, die im 14.?Jahrhundert aufkam. Oder man denke an Edvard Munch »Der Tod und das Kind«, »Die Schädelpyramide« von Paul Cézanne, Corinth's Selbstportrait mit Skelett. Aber auch die Kreuzigungsszenen mit Kreuzabnahmen aus dem Mittelalter und Barock. Oder Barnett Newmans »Stations of the Cross« von 1966. An Ferdinand Hodlers Gemälde und Zeichnungen der sterbenden Valentine Godé-Darel. Oder an Jawlenskys Meditationen, seinem letzten Werkzyklus, der in seinen dunkel leuchtenden Farben eine große Tiefe ausstrahlt.
Die Verbindung von Musik und Malerei ist eine ganz besondere, denn Musik öffnet uns, macht den Weg frei für Dinge, die im Verborgenen liegen. Auftakt diese Kurses ist ein Konzert in den Räumen der Akademie. Die Musiker der Philharmonie Bad Reichenhall spielen vor Ort Stücke zum Thema »Tod«. Edvard Grieg »Ases Tod« aus »Peer Gynt«, Arvo Pärt »Fratres«, Giacomo Puccini »Crisantemi«, Wolfgang Amadeus Mozart »Adagio in c-Moll« KV 546, Paul Hindemith »Trauermusik für Viola und Streicher«, Johann Sebastian Bach »Air« aus der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068.
Die Malerinnen und Maler haben dann die Möglichkeit, während des Livekonzerts zu malen und weiter mit dem Eindruck des Konzertes in der darauf folgenden Woche ihre Ideen und Bildfindungen zu entwickeln. Direkt und live die Musik zu hören, die wahrscheinlich schon vielen bekannt ist, spricht uns Menschen mit allen Sinnen an. Wir sind präsent im Augenblick und können die sinnlichen Erfahrungen direkt in unsere Arbeit einfliessen lassen. In einer Zeit, in der vieles nur noch digital abgerufen wird, bietet sich hier für die Malerei und die Musik eine wichtige Möglichkeit, nämlich uns selbst und andere wieder direkt berühren zu lassen, denn auch der Tod ist eine unmittelbare Erfahrung, die tiefste und vielleicht wichtigste des Lebens.

Auch interessierte Zuhörer und Zuseher die nicht Kursteilnehmer sind, können Eintrittskarten zu 15 Euro erwerben.
Maximale Zuhörerzahl: 30

Maximale Teilnehmerzahl:  12

Kursgebühr:  600,00 €€ €